Sozialarbeiter*innen-Klischees bewusst nutzen: eine kreative Perspektive

Sozialarbeiter*innen sehen sich oft stereotypen Vorstellungen gegenüber. Doch was, wenn wir Sozialarbeiter-Klischees nicht nur akzeptieren, sondern sie bewusst nutzen? Dieser Blogbeitrag wirft einen Blick darauf, ob Öffentlichkeitsarbeit kreativ mit den existierenden Klischees umgehen kann, um Aufmerksamkeit zu erregen, an Bekanntes anzuknüpfen und eigene Botschaften zu vermitteln.

Was fällt dir bei diesen Sätzen ein?

  • Wo gute Absichten enden, fängt unsere Expertise an.
  • Helfen war gestern, gestalten ist heute. Und morgen.
  • Eine Krise nach der anderen. Fürs Leben stärken.
  • Nicht nur für heute. Für immer.
  • Gut gemeint? Gut gemacht. Unsere Entscheidungen zählen.

Alle fünf Sätze sind auf dieselbe Art konzipiert: Sie knüpfen an ein bekanntes Vorurteil oder Sozialarbeiter-Klischee an – und überführen es in ein Gegenklischee, das auf die eigentlichen Kompetenzen oder Selbstansprüche von Sozialarbeiter*innen hinleitet. Dahinter steckt ein Konzept: »Most Advanced Yet Acceptable«, kurz MAYA. Es besagt, dass man in der Marketingkommunikation Bekanntes aufgreifen sollte – um dann leicht davon abzuweichen und die eigenen Botschaften zu platzieren.

Sozialarbeiter-Klischees verstehen

Um Sozialarbeiter*innen-Klischees in Marketing und Öffentlichkeitsarbeit entkräften zu können, müssen wir uns ihrer bewusst sein. Einige Studien aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum haben erkundet, welche Vorurteile über Sozialarbeiter*innen medial reproduziert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass solche Analysen kaum ein »objektives« oder gar quantitatives Bild repräsentieren können. Vielmehr spiegeln sie wieder, ob sich die Fremddarstellungen, die Sozialarbeiter*innen in den Medien wahrnehmen, sich mit deren eigenem Selbstverständnis deckt.

So hat die National Association of Social Workers Florida kurz vor der Jahrtausendwende 665 Sozialarbeiter*innen befragt und festgestellt, dass männliche und weibliche Sozialarbeitende die Fremddarstellung unterschiedlich wahrnehmen (vgl. Charles Otto, 2006). Frauen empfinden das öffentliche Bild negativer als Männer. Besonders auf den Skalen fürsorglich vs. teilnahmslos und professionell vs. unprofessionell nehmen sie stärkere, negative Abweichungen von der Realität wahr. Das könnte bedeuten, dass Sozialarbeiterinnen tatsächlich öffentlich negativer dargestellt werden als Sozialarbeiter – oder dass sie empfänglicher dafür sind, ein höheres Bedürfnis nach beruflicher und sozialer Anerkennung haben.

Die Pädagogin Sonja Enders hat für ihre Doktorarbeit fast 2000 Zeitungsartikel mit dem Schlagwort „Jugendamt“ analysiert – und festgestellt, dass Medien viel öfter positiv berichten, als es Sozialarbeiter*innen in Jugendämtern wahrnehmen. Wie Soziale Arbeit durch Medien repräsentiert wird, hängt also auch von der individuellen Wahrnehmung und Interpretation der Inhalte ab.

Um Sozialarbeiter*innen-Klischees in Marketing und Öffentlichkeitsarbeit entkräften zu können, müssen wir uns ihrer bewusst sein. Einige Studien aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum haben erkundet, welche Vorurteile über Sozialarbeiter*innen medial reproduziert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass solche Analysen kaum ein »objektives« oder gar quantitatives Bild repräsentieren können. Vielmehr spiegeln sie wieder, ob sich die Fremddarstellungen, die Sozialarbeiter*innen in den Medien wahrnehmen, sich mit deren eigenem Selbstverständnis deckt.

So hat die National Association of Social Workers Florida kurz vor der Jahrtausendwende 665 Sozialarbeiter*innen befragt und festgestellt, dass männliche und weibliche Sozialarbeitende die Fremddarstellung unterschiedlich wahrnehmen (vgl. Charles Otto, 2006). Frauen empfinden das öffentliche Bild negativer als Männer. Besonders auf den Skalen fürsorglich vs. teilnahmslos und professionell vs. unprofessionell nehmen sie stärkere, negative Abweichungen von der Realität wahr. Das könnte bedeuten, dass Sozialarbeiterinnen tatsächlich öffentlich negativer dargestellt werden als Sozialarbeiter – oder dass sie empfänglicher dafür sind, ein höheres Bedürfnis nach beruflicher und sozialer Anerkennung haben.

Die Pädagogin Sonja Enders hat für ihre Doktorarbeit fast 2000 Zeitungsartikel mit dem Schlagwort „Jugendamt“ analysiert – und festgestellt, dass Medien viel öfter positiv berichten, als es Sozialarbeiter*innen in Jugendämtern wahrnehmen. Wie Soziale Arbeit durch Medien repräsentiert wird, hängt also auch von der individuellen Wahrnehmung und Interpretation der Inhalte ab.

Um Sozialarbeiter*innen-Klischees in Marketing und Öffentlichkeitsarbeit entkräften zu können, müssen wir uns ihrer bewusst sein. Einige Studien aus dem deutsch- und englischsprachigen Raum haben erkundet, welche Vorurteile über Sozialarbeiter*innen medial reproduziert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass solche Analysen kaum ein »objektives« oder gar quantitatives Bild repräsentieren können. Vielmehr spiegeln sie wieder, ob sich die Fremddarstellungen, die Sozialarbeiter*innen in den Medien wahrnehmen, sich mit deren eigenem Selbstverständnis deckt.

So hat die National Association of Social Workers Florida kurz vor der Jahrtausendwende 665 Sozialarbeiter*innen befragt und festgestellt, dass männliche und weibliche Sozialarbeitende die Fremddarstellung unterschiedlich wahrnehmen (vgl. Charles Otto, 2006). Frauen empfinden das öffentliche Bild negativer als Männer. Besonders auf den Skalen fürsorglich vs. teilnahmslos und professionell vs. unprofessionell nehmen sie stärkere, negative Abweichungen von der Realität wahr. Das könnte bedeuten, dass Sozialarbeiterinnen tatsächlich öffentlich negativer dargestellt werden als Sozialarbeiter – oder dass sie empfänglicher dafür sind, ein höheres Bedürfnis nach beruflicher und sozialer Anerkennung haben.

Die Pädagogin Sonja Enders hat für ihre Doktorarbeit fast 2000 Zeitungsartikel mit dem Schlagwort „Jugendamt“ analysiert – und festgestellt, dass Medien viel öfter positiv berichten, als es Sozialarbeiter*innen in Jugendämtern wahrnehmen. Wie Soziale Arbeit durch Medien repräsentiert wird, hängt also auch von der individuellen Wahrnehmung und Interpretation der Inhalte ab.

6 häufige Klischees über Sozialarbeiter*innen

Doch in jedem Fall bleibt die Erkenntnis, dass das Bild von Sozialarbeiter*innen in der Öffentlichkeit oft nicht die komplexe Realität widerspiegelt, und bestimmte Erzählmuster wiederkehren:

  • Die Gutmenschen: Sozialarbeiter*innen werden oft als überidealisierte Wohltäter wahrgenommen, die sich selbstlos um das Wohl anderer kümmern. Dieses Klischee kann dazu führen, dass ihre Arbeit als naiv oder weltfremd betrachtet wird.
  • Die mit dem Helfer-Komplex: Ein weiteres Sozialarbeiter*innen-Klischee ist, dass Sozialarbeiter*innen einen unbändigen Drang haben, anderen zu helfen, manchmal auf Kosten ihrer eigenen Bedürfnisse. Dies kann zu dem Bild führen, dass sie sich selbst vernachlässigen.
  • Die übergriffigen Kontrolleur*innen: Historisch gesehen haben Medien ein starkes Interesse an Kindeswohlgefährdungen und präsentieren dabei oft stereotype und vereinfachte Konstruktionen, die die tatsächliche Komplexität der Sozialen Arbeit nicht angemessen widerspiegeln. In TV-Übertragungen werden Sozialarbeiter*innen – insbesondere Jugendamts-Mitarbeitende – in dem Kontext scheinbar immer wieder ambivalent oder negativ dargestellt.
  • Die Formulargeplagten: Sozialarbeiter*innen werden manchmal als eingebunden in bürokratische Prozesse und Formalitäten wahrgenommen, was zu dem Stereotyp führt, dass ihre Arbeit ineffizient ist und wenig tatsächliche Hilfe bietet.
  • Die Überforderten: Eine weitere Annahme ist, dass Sozialarbeiter*innen ständig unter dem Gewicht ihrer Aufgaben leiden, was zu dem Bild der gestressten und frustrierten Person führt.
  • Die fachlich Begrenzten: Medienkonstruktionen von Sozialer Arbeit spiegeln nicht den umfassenden akademischen Hintergrund wider, den die Ausbildung von Sozialarbeiter*innen fördert. Die mediale Logik neigt auch dazu, Sozialarbeiter*innen als eher schützend und nicht immer effektiv darzustellen. Das vernachlässigt eine breite Palette von Bemühungen, die darauf abzielen, die Rechte und Interessen marginalisierter Gruppen zu fördern.

Doch in jedem Fall bleibt die Erkenntnis, dass das Bild von Sozialarbeiter*innen in der Öffentlichkeit oft nicht die komplexe Realität widerspiegelt, und bestimmte Erzählmuster wiederkehren:

  • Die Gutmenschen: Sozialarbeiter*innen werden oft als überidealisierte Wohltäter wahrgenommen, die sich selbstlos um das Wohl anderer kümmern. Dieses Klischee kann dazu führen, dass ihre Arbeit als naiv oder weltfremd betrachtet wird.
  • Die mit dem Helfer-Komplex: Ein weiteres Sozialarbeiter*innen-Klischee ist, dass sie einen unbändigen Drang haben, anderen zu helfen, manchmal auf Kosten ihrer eigenen Bedürfnisse. Dies kann zu dem Bild führen, dass Sozialarbeiter*innen sich selbst vernachlässigen.
  • Die übergriffigen Kontrolleure: Historisch gesehen haben Medien ein starkes Interesse an Kindeswohlgefährdungen und präsentieren dabei oft stereotype und vereinfachte Konstruktionen, die die tatsächliche Komplexität der Sozialen Arbeit nicht angemessen widerspiegeln. In TV-Übertragungen werden Sozialarbeiter*innen – insbesondere Jugendamts-Mitarbeitende – in dem Kontext scheinbar immer wieder ambivalent oder negativ dargestellt.
  • Die Formulargeplagten: Sozialarbeiter*innen werden manchmal als eingebunden in bürokratische Prozesse und Formalitäten wahrgenommen, was zu dem Stereotyp führt, dass ihre Arbeit ineffizient ist und wenig tatsächliche Hilfe bietet.
  • Die Überforderten: Eine weitere Annahme ist, dass Sozialarbeiter*innen ständig unter dem Gewicht ihrer Aufgaben leiden, was zu dem Bild der gestressten und frustrierten Person führt.
  • Die fachlich Begrenzten: Medienkonstruktionen von Sozialer Arbeit spiegeln nicht den umfassenden akademischen Hintergrund wider, den die Ausbildung von Sozialarbeiter*innen fördert. Die mediale Logik neigt auch dazu, Sozialarbeiter*innen als eher schützend und nicht immer effektiv darzustellen. Das vernachlässigt eine breite Palette von Bemühungen, die darauf abzielen, die Rechte und Interessen marginalisierter Gruppen zu fördern.

Wie Sozialarbeiter-Klischees entstehen

Es wäre zu kurz gegriffen, »den Medien« die Schuld an einem »falschen«, verzerrten Bild von Sozialarbeiter*innen in der Öffentlichkeit zu geben. Die Aufgabe von Journalist*innen und Medienmacher*innen ist es nicht, das Marketing für einen anderen Berufsstand zu übernehmen. Sie haben vielmehr die Funktion, aus einer gewaltigen Flut an Informationen diejenigen zu selektieren, die für bestimmte Zielgruppen relevant sind – und sie dann so zu verpacken, dass sie anknüpfungsfähig sind.

Dabei bedienen sie sich etwa der Methode des Storytellings, das wiederum auf Archetypen zurückgreift: Es gibt in jeder Geschichte Held*innen, Mentor*innen, Wegbegleiter*innen und Antagonist*innen, es gibt Entwicklungen von Gut zu Böse, vom entfremdeten zum wahren Ich, es gibt die Rückkehr von Reisen voller Lernerfahrungen und manchmal auch Wiedergeburten und ein Sich-Neu-Erfinden.

Medien, Stereotypen und die Macht der Geschichten

Wenn diese Grundelemente von Geschichten vereinfacht werden, wirkt der Archetyp schnell als Stereotyp. Sozialarbeiter*innen werden dann zu Retter*innen in der Not, barmherzigen Engeln oder Hüter*innen der Moral und selten als die Organisator*innen, politischen Fürsprecher*innen, Rebell*innen, Zuhörer*innen und Entdecker*innen präventiver Wege dargestellt, die sie auch sind. So können Klischees durch Medien verstärkt werden.

Herausforderung der Sichtbarkeit

Ein Grund für das unklare Bild von Sozialer Arbeit in der Öffentlichkeit kann aber auch ihre mangelnde Sichtbarkeit sein. Sie resultiert daraus, dass Soziale Arbeit oft im Verborgenen stattfindet, das Recht auf Vertraulichkeit und Datenschutz streng gewahrt werden muss und viele »Erfolge« nicht sofort sichtbar sind. Oft nicht einmal für Sozialarbeitender*innen selbst: weil sich komplexe Problemlagen erst nach und nach auflösen und es durchdachter Evaluation bedarf, um beispielsweise Prävention messbar zu machen.

Falsche Vorstellungen und Missverständnisse entstehen sicherlich auch dann, wenn Menschen wenig direkte Erfahrungen mit Sozialarbeiter*innen haben.

Ambivalenzen in der Sozialen Arbeit

Und, Hand aufs Herz: Es ist nicht alles gut in der Sozialen Arbeit. Und das liegt nicht immer nur an den schlechten Rahmenbedingungen, sondern manchmal auch an unprofessionellem – oder sagen wir: unwissendem, unempathischem, machtunsensiblem – Verhalten von Fachkräften, die ihre eigene Berufsethik außer Kraft setzen.

Die größten Enttäuschungen sind die, bei denen die Erwartungen vorher groß waren. Und schlechte, schlimme oder gar traumatische Erlebnisse haben ein hohes Potenzial, erinnert und erzählt zu werden.

Ich habe im Studium der Sozialen Arbeit großartige Menschen, Utopien und Gedanken erlebt. Die begegnen mir auch heute immer wieder, wenn ich für soziale Organisationen arbeite, die ihre Marketingkommunikation verbessern wollen. Doch wenn ich darüber nachdenke, wie mir Soziale Arbeit im privaten Leben begegnet, erinnere ich mich erstmal an …

  • Die Sozialarbeiterin, die mir Stiftungsgelder für ein Praktikum mit Kinderbetreuung vermittelte, und dann – wie aus dem Nichts heraus – noch Kleidung aus der Kleiderkammer anbot, worum ich nicht gebeten hatte und was mich beleidigte.
  • Die Hochschule für Soziale Arbeit, in der alle Menschen mit Entscheidungsmacht, die mir begegneten, weiße Männer waren.

  • Eine nicht aufzulösende Uneinigkeit zwischen Schule und Kommune, wer für die mehrwöchige Betreuungslücke beim Übergang von Ganztagskita zu Ganztagsschule »zuständig« sei.

  • Der Sozialpädagoge in einer Klinik, der meiner 13-jährigen Tochter mit einer Anorexie erzählte, ich wolle sie nicht großwerden lassen, und mich zur Helikoptermutter stilisierte, noch bevor wir uns einmal begegnet waren.

  • Die Familienhelferin, die sich darüber wunderte, wie viele ihrer Kolleg*innen zu einer Fortbildung über Transsexualität gekommen sind, obwohl »die meisten von uns doch ganz schön konservativ sind«.

Starke Charaktere und wahre Geschichten

Wenn ich weiter nachdenke, fällt mir aber auch ein:

  • Die Teamleiterin im Jobcenter, die sagte, sie traue mir als junger Alleinerziehender eine Selbständigkeit ohne weiteres zu; nur klappe es halt nicht immer beim ersten Anlauf.

  • Die charismatische Sozialarbeitsprofessorin, die mit jeder Faser ihres Körpers Integrität ausstrahlte und mir in jeder Sprechstunde das Gefühl gab, menschlich tief an mir interessiert zu sein.

  • Die (ebenfalls) alleinerziehende Kitaleiterin, die mir mit Priorität einen Kitaplatz vermittelte.

  • Die Schulsozialarbeiterin, die eine Weiterbildung in familienbasierter Therapie bei Anorexie nervosa gemacht hat und durch aufrichtige Kooperation mit Eltern der Krankheit klare Grenzen aufzeigt – womit sie mutigerweise den ersten Reflex überwindet, nur »im Auftrag der Schülerinnen und Schüler« zu handeln.

Und hier sind sie wieder: die Organisator*innen, politischen Fürsprecher*innen, Rebell*innen, Zuhörer*innen, Mutmacher*innen und Entdecker*innen präventiver Wege. Was mir im Gedächtnis blieb, sind starke Charaktere, Momente der Empathie und des aufrichtigen Verstehen-Wollens.

Die Geschichten dahinter sind aber nicht ganz so einfach erzählt. Die öffentliche Wahrnehmung von Sozialer Arbeit wird immer von Vielschichtigkeit und Ambivalenzen geprägt sein. Das müssen wir vermutlich akzeptieren lernen.

3 Gegenklischees, die das Image Sozialer Arbeit stärken

In der Öffentlichkeitsarbeit Sozialer Arbeit könnte das bedeuten, dass wir gezielt Geschichten erzählen, die an Sozialarbeiter*innen-Klischees anknüpfen, sie aber mit Gegenklischees entkräften.

Hier sind drei Beispiele:

Soziale Arbeit: Empathie mit System

Dieses Gegenklischee reagiert auf das Bild der überidealisierten Wohltäter. Die Erzählung betont aber, dass professionelle Sozialarbeit nicht nur auf individueller, sondern auch auf kollektiver Ebene stattfindet. Die Abweichung vom Bekannten zeigt, wie Sozialarbeiter*innen auch auf struktureller Ebene Empathie entwickeln und fördern, um soziale Gerechtigkeit voranzutreiben. Gute Beispiele sind die Forschung zu Machtsensibilität, Methoden partizipativer Entscheidungsfindung oder das Sensibilisieren für interkulturelle Kommunikation.

Nicht antworten, sondern fragen

Dieses Gegenklischee reagiert auf die Vorstellung fehlender Fachlichkeit oder mangelnder Effektivität. Es knüpft an die Erfahrung an, dass Soziale Arbeit oft keine schnellen, plakativen Lösungen parat hat. Vielmehr beschreibt es, dass professionelles Handeln nicht nur auf bekannte Muster reagiert, sondern durch gezieltes Hinterfragen und konstruktiven Dialog neue Lösungsansätze mitentwickeln kann, die auf dem Erfahrungswissen der Betroffenen oder der Gemeinschaft beruhen. Es hebt die intellektuelle Kapazität von Sozialarbeiter*innen und ihre Fähigkeit zur kritischen Reflexion hervor.

Vom Zuschauer zum Gestalter

Diese Erzählung knüpft an das Klischee an, dass Sozialarbeiter*innen viel reden, aber keine Lösungen parat haben. Die Abweichung besteht darin, zu zeigen, wie sie Selbstbestimmung, Handlungskompetenzen und die Umsetzung eigener Ziele fördern. Der Aufruf, vom Zuschauer zum Gestalter zu werden, betont die Notwendigkeit für Sozialarbeiter*innen, gestaltend in soziale Prozesse einzugreifen. Gleichzeitig wird die Rolle der Sozialen Arbeit herausgestellt, Wegbereiter*in dafür zu sein, dass Adressat*innen ihre eigenen Lebensumstände selbst aktiv gestalten können.

Das MAYA-Prinzip wurde von dem Industriedesigner Raymond Loewy geprägt. Er formulierte, dass Neuerungen und Abweichungen von gewohnten Standards dann erfolgreich sind, wenn sie als Fortschritt wahrgenommen werden und zugleich an Erwartungen anknüpfen. In der Öffentlichkeitsarbeit Sozialer Arbeit könnte das bedeuten, dass wir gezielt Geschichten erzählen, die an Sozialarbeiter*innen-Klischees anknüpfen, sie aber mit Gegenklischees entkräften:

Soziale Arbeit: Empathie mit System

Diese MAYA-Verbindung betont, dass professionelle Sozialarbeit nicht nur auf individueller, sondern auch auf kollektiver Ebene stattfindet. Die Abweichung vom Bekannten zeigt, wie Sozialarbeiter*innen auch auf struktureller Ebene Empathie entwickeln und fördern, um soziale Gerechtigkeit voranzutreiben. Gute Beispiele sind die Forschung zu Machtsensibilität, Methoden partizipativer Entscheidungsfindung oder das Sensibilisieren für interkulturelle Kommunikation. Dieses Gegenklischee reagiert auf das Bild der überidealisierten Wohltäter.

Nicht antworten, sondern fragen

Die MAYA-Verbindung knüpft an die Erfahrung, dass Soziale Arbeit oft keine schnellen, plakativen Lösungen parat hat. Sie beschreibt, dass sie nicht nur auf bekannte Muster reagiert, sondern durch gezieltes Hinterfragen und konstruktiven Dialog neue Lösungsansätze mitentwickelt, die auf dem Erfahrungswissen der Betroffenen oder der Gemeinschaft beruhen. Es hebt die intellektuelle Kapazität und die Fähigkeit zur kritischen Reflexion in der Sozialen Arbeit hervor. Dieses Gegenklischee reagiert auf die Vorstellung fehlender Fachlichkeit oder mangelnder Effektivität.

Vom Zuschauer zum Gestalter

Der Aufruf, vom Zuschauer zum Gestalter zu werden, betont die Notwendigkeit für Sozialarbeiter, aktiv und gestaltend in soziale Prozessen einzugreifen.

Hier wird die Rolle der Sozialarbeit als Wegbereiter für aktive Teilnahme und Gestaltung der eigenen Lebensumstände herausgestellt. Die Abweichung besteht darin, zu zeigen, wie Sozialarbeiter*innen Menschen dabei unterstützen, nicht nur Zuschauer ihres Lebens zu sein, sondern aktive Gestalter. Beispiele könnten die Förderung von Selbstbestimmung, Stärkung von Handlungskompetenzen und Begleitung bei der Umsetzung eigener Ziele sein.

Und was machen wir jetzt damit?

Wenn wir uns mit Sozialarbeiter-Klischees beschäftigten, sollten wir uns immer auch ehrlich fragen: Was ist dran an den nicht so guten Geschichten und Darstellungen? Und sie nicht einfach verneinen.

Humor kann eine effektive Möglichkeit sein, Aufmerksamkeit zu gewinnen und Vorurteile zu durchbrechen. Cartoons, Memes oder andere Kunstformen setzen hier an, schaffen Aufmerksamkeit – und hinterlassen dennoch etwas zum Nachdenken.

Aber fördert nicht jedes Anknüpfen an ein Klischee dasselbe wieder? Auch diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Ein Beispiel: In einer Rubrik mit Erfahrungsberichten aus der Sozialen Arbeit ließ ich eine Schulsozialarbeiterin zu Wort kommen, die aus meiner Sicht sehr sympathisch das Chaos beschrieb, das sie im Alltag manchmal begleitet. Sie frage sich manchmal am Ende des Arbeitstages: »Was habe ich heute eigentlich geschafft?« Einer ihrer Kollegen kritisierte, dass dies so wirke, als sei die Schulsozialarbeiterin selbst desorganisiert. Er wünsche sich, dass die Erfolge, strukturiertes Arbeiten und die wissenschaftlichen Grundlagen der Schulsozialarbeit dargestellt würden.

Ähnlich diskutierten Sozialarbeiter*innen diesen Cartoon:

Wenn wir uns mit Sozialarbeiter-Klischees beschäftigten, sollten wir uns immer auch ehrlich fragen: Was ist dran an den nicht so guten Geschichten und Darstellungen? Und sie nicht einfach verneinen.

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Aber fördert nicht jedes Anknüpfen an ein Klischee dasselbe wieder? Auch diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Ein Beispiel: In einer Rubrik mit Erfahrungsberichten aus der Sozialen Arbeit ließ ich eine Schulsozialarbeiterin zu Wort kommen, die aus meiner Sicht sehr sympathisch das Chaos beschrieb, das sie im Alltag manchmal begleitet. Sie frage sich manchmal am Ende des Arbeitstages: »Was habe ich heute eigentlich geschafft?« Einer ihrer Kollegen kritisierte, dass dies so wirke, als sei die Schulsozialarbeiterin selbst desorganisiert. Er wünsche sich, dass die Erfolge, strukturiertes Arbeiten und die wissenschaftlichen Grundlagen der Schulsozialarbeit dargestellt würden.

Ähnlich diskutierten Sozialarbeiter*innen diesen Cartoon:

Eine Kollegin findet ihn abstoßend und kompliziert. Einem anderen Kollegen gefällt die Provokation die darin steckt, weil er »eine Kontroverse auslösen könnte. Zumindest in den Köpfe den Leser*innen.«

Seine Interpretation ist, dass es um die Frage gehe, welche Instrumente die Soziale Arbeit tatsächlich sinnvoll einsetzen kann und ab wann pädagogische oder Soziale Arbeit »Quatsch« oder karikiert, was eigentlich erreicht werden soll – im Sinne der Frage »wer ist Opfer, wer ist Täter und wird es nicht irgendwann umgekehrt; also wird das Opfer nicht zum Täter gemacht beziehungsweise werden Opfer nicht stigmatisiert und dementsprechend falsch mit ihnen gearbeitet?«

Sozialarbeiter-Klischees

Eine Kollegin findet ihn abstoßend und kompliziert. Einem anderen Kollegen gefällt die Provokation die darin steckt, weil er »eine Kontroverse auslösen könnte. Zumindest in den Köpfe den Leser*innen.«

Seine Interpretation ist, dass es um die Frage gehe, welche Instrumente die Soziale Arbeit tatsächlich sinnvoll einsetzen kann und ab wann pädagogische oder Soziale Arbeit »Quatsch« oder karikiert, was eigentlich erreicht werden soll – im Sinne der Frage »wer ist Opfer, wer ist Täter und wird es nicht irgendwann umgekehrt; also wird das Opfer nicht zum Täter gemacht beziehungsweise werden Opfer nicht stigmatisiert und dementsprechend falsch mit ihnen gearbeitet?«

Das Magazin über Soziale Arbeit, Marketing und Sprache

Peter Gaymann Cartoonist

Cartoons für die Soziale Arbeit

Ralph Stieber, Storyteller

Warum lässt dich Storytelling nicht los, Ralf Stieber?

Zitate rund um Soziale Arbeit

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